„Wie ein fernes Lied“ von Micaela Jary

Buchcover zu Wie ein fernes Lied von Micaela Jary
© Piper

Bezaubernde Klänge voll Leidenschaft und Sehnsucht!

Wie ein fernes Lied“ von Micaela Jary, erschienen bei Piper.

 

 

 

 

 

Was ist geschehen?

Die Dame von Welt, die sie dem Vicomte eigentlich vorzuspielen beabsichtigte, war vergessen. Prompt orderte sie eine Menüfolge, die dem Hunger eines Hafenarbeiters entsprach. ~ Aus „Wie ein fernes Lied“, S. 274

Marga ist jung, voller Träume und sehr verliebt. Doch der zweite Weltkrieg droht alles ins Wanken zu bringen und die Verzweiflung ist groß, als sie ihren Jugendfreund und zugleich ihre große Liebe Michael ziehen lassen muss, weil es für den jüdischen Klarinettisten in Deutschland nicht mehr sicher ist. Allen Widerständen zum Trotz schwört Marga sich, dass sie Michael wiedersehen wird und setzt alles daran, ihm ins Exil nach Paris zu folgen. Der Krieg aber, lässt sich nicht aufhalten.

Was ist davon zu halten?

Micaela Jary versteht es, gefühlvolle Geschichten zu erzählen und Romane zu schreiben, die jedes Frauenherz höher schlagen lassen – so sie sich denn für eine Liebesgeschichte erwärmen lassen. Auch „Wie ein fernes Lied“ ist wieder so ein Buch aus der Feder Micaela Jarys und zugleich ein historischer Roman, der mit viel Einfühlungsvermögen die tragische Liebesgeschichte zwischen der liebenswerten Protagonistin Marga und deren Jugendfreund Michael in die Ereignisse des zweiten Weltkriegs webt und zugleich einen Bogen ins Paris des 20. Jahrhunderts spannt.

Durch die sich nur langsam lösende Verstrickung der beiden Erzähllinien, die soviele Jahre auseinander liegen, gelingt es Jary bis zum Schluss, eine besondere Spannung aufrecht zu erhalten, die den Leser zusätzlich an die Geschichte bindet. Darüber hinaus lebt die Geschichte durch Jarys authentischen Figuren, die jede für sich in den Wirren des zweiten Weltkriegs um einen sicheren Platz kämpfen und doch aufeinander angewiesen sind. Ebenso lebendig und echt sind auch die Figuren im modernen Paris, allen voran die Musikstudentin Andrea. Zu keiner Zeit wirken Jarys Charaktere aufgesetzt oder in ihrem Handeln übertrieben und auch in jenen Momenten, in denen Marga verzweifelt ihrer Sehnsucht nachhängt, fühlt der Leser noch mit ihr. Ein kleinwenig Kitsch gehört schließlich dazu!

Sie konnte Harald ausschließen, sogar die Vorhänge vor den magischen Stenenhimmel ziehen. Aber seinen Kuss spürte sie noch lange auf ihren Lippen. ~ Aus „Wie ein fernes Lied“, S. 295

Über allem liegt, wie es der Titel vermuten lässt, die Melodie der Zeit – der Swing, dem sich fast alle Figuren des Romans mehr oder minder verschrieben haben und der beide Welten, das vom Krieg erschütterte Europa und das moderne Paris, schließlich zusammenführt. Das es Micaela Jary so mühelos gelingt, die Musik in „Wie ein fernes Lied“ aus den Zeilen erklingen zu lassen, kommt sicher nicht von ungefähr und liegt zum einen wohl in ihrer Biographie begründet und lässt sich zum anderen auf ihren leichten, lockeren Schreibstil zurückführen, der dem Leser einfach Vergnügen bereitet.

Fazit:

Unterm Strich bekommt der Leser mit „Wie ein fernes Lied“ genau das, was er erwartet: Eine wunderschön erzählte Liebesgeschichte mit der nötigen Portion Tiefgang und einem gut gemalten Bild der Zeit, sowohl Europas in den Wirren des Krieges als auch des Paris am Ende des 20. Jahrhunderts. Der Roman ist die gelungene Mischung zwischen historischen Roman und Liebesgeschichte und wird beiden Genres gerecht, auch wenn ich „Wie ein fernes Lied“ ausdrücklich nur echten Fans von Liebesromanen ans Herz legen möchte – diese werden aber ganz sicher glücklich werden!

Fünf_Sterne

Buchdetails:


  • 10. August 2015
  • Verlag: Piper
  • ISBN: 978-3-492-30613-3
  • Taschenbuch: 544 Seiten

„Wie ein fernes Lied“ ist u.a als Taschenbuch* und als eBook für den Kindle* erhältlich.

Wie ein fernes Lied von Micaela Jary*

* = Affiliate Link

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Carolin Blanck

Das Leben ist zu kurz, um laufend ein schlechtes Buch in die Hand zu nehmen - deshalb schreibt der Wortteufel Buch-Rezensionen. Und weil er schreibt, schreibt er auch über das Schreiben. Logisch - oder?

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