„Wenn Ozeane weinen“ von Ben Bennett

Buchcover zu Wenn Ozeane weinen von Ben Bennet
© Mira Taschenbuch

Wenn die Poesie das Meer zum Überschäumen bringt!

„Wenn Ozeane weinen“ von Ben Bennett, erschienen bei Mira Taschenbuch.

 

 

 

 

 

Was ist geschehen?

Alles ändert sich, als Amber Woods Mutter ihre neue Stelle als Haushälterin der Teagardens in Monterey, Kalifornien antritt und ihre junge Tochter mit in das gläserne Haus direkt am Pazifik nimmt. Vom ersten Moment an ist es um Amber geschehen, als sie den Sohn der Familie, Taylor, begegnet. Auf einer gemeinsamen Bootstour fällt Taylor ins Wasser und wird von einem wundersamen Wesen gerettet, dem Taylor und Amber später den Namen Mandy geben werden.

Fortan spinnt sich um die drei eine Dreiecks-Liebesbeziehung, die Amber schließlich um die ganze Welt führt. Sie bereist drei Kontinente und entdeckt drei Ozeane, um endlich das Geheimnis zu ergründen, das ihre Liebe zu Taylor birgt. Doch die Wahrheit ist sehr viel tragischer, als geglaubt.

Was ist davon zu halten?

Liebesromane dürfen poetisch und sentimental daherkommen, doch in „Wenn Ozeane weinen“ meint es Ben Bennett leider etwas zu gut mit uns. Während mir die Leseprobe noch sehr zusagte, ging mir beim Lesen des Romans Ambers ausufernde, poetische Art zu erzählen irgendwann gehörig auf den Keks. Nicht nur ergeht sie sich in allerlei Vergleichen, einer kitschiger als der andere, der Erzählstil ist durchweg sehr sentimental und rühselig. Besonders ab dem zweiten Teil des Buches, wird es für Leser, die nicht über einen überaus blumigen Schreibstil frohlocken, unglaublich schwierig.

Die Geschichte an sich ist nett und auch schön erzählt. Doch auch trotz des zugegeben überraschenden Endes, wollte „Wenn Ozeane weinen“ für mich nicht der tiefgründige Roman, die herzerweichende Liebesgeschichte sein, die ich erwartet habe.

Die Geschichte ist anders und sehr fantastisch. Manch einer wird behaupten, sie lese sich wie ein modernes Märchen – für mich fühlte sie sich eher wie eine alte Mär an, die sich Fischer in einer düsteren Hafenspelunke erzählen. Das muss natürlich nichts schlechtes sein, aber es war eben nicht das, was ich mir von „Wenn Ozeane weinen“ erhofft hatte.

Dafür liest sich der Roman leicht dahin und wer nicht zwischendrin den Faden oder die Geduld verliert, kommt rasch an das Ende. Dieses erinnerte mich in seiner Ausgestaltung schwer an „Abbitte“ von Ian McEwan. Auch hier bleibt der Aha-Effekt nicht aus, doch anstatt mich mit der Geschichte auszusöhnen, hat mich das Ende eher geärgert, drängt es die gesamte Geschichte doch ins Reich der Fantasie und lässt sie zu einem einzigen Hirngespinnst werden.

Fazit:

Wenn Ozeane weinen“ ist durchaus eine tragisch schöne Liebesgeschichte. Da sie leicht dahinerzählt ist und sich flott lesen lässt, ist sie genau das richtige für einen Tag am Pool. Leider mangelt es der Geschichte an der versprochenen Tiefgründigkeit und die sehr poetische Sprache ist eher gewöhnungsbedürftig.

Drei_Sterne

Buchdetails:


  • Juni 2015
  • Verlag: Mira Taschenbuch
  • ISBN: 978-3-95649-180-1
  • Taschenbuch: 304 Seiten

Buch kaufen? „Wenn Ozeane weinen“ ist als Taschenbuch* und als ebook* für den Kindle erhältlich.

*

* = Affiliate Link

The following two tabs change content below.

Carolin Blanck

Das Leben ist zu kurz, um laufend ein schlechtes Buch in die Hand zu nehmen - deshalb schreibt der Wortteufel Buch-Rezensionen. Und weil er schreibt, schreibt er auch über das Schreiben. Logisch - oder?

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: