„Nestis und die verschwundene Seepocke“ von Petra Hartmann

Buchcover zu Nestis und die verschwundene Seepocke von Petra Hartmann
© Verlag Monika Fuchs

Gequierlter und aufgeschäumter Walfischmist?

„Nestis und die verschwundene Seepocke“, ein Meermädchen-Abenteuer in der kühlen Nordsee, erzählt von Petra Hartmann, mit Bildern von Olena Otto-Fradina. Erschienen im Verlag Monika Fuchs.

 

 

Wer schwimmt hier?

Kleine Schwestern können so nervig sein. So denkt auch die Meermädchen-Prinzessin Nestis über ihre kleine Schwester Undine, die sie liebevoll „Seepocke“ nennt. Doch als Undine verschwindet und rasch klar wird, dass das kleine Meermädchen in die Fänge der Menschen geraten ist, wollen nicht einmal der König und sein Konrat Undine zu Hilfe eilen.

Doch Nestis will die „Seepocke“ so einfach nicht aufgeben und bricht zusammen mit ihren Freunden Mira und Nick auf, um Undine zurückzuholen. Sie fürchten weder Tod noch Teufelshai und doch stellen die drei auf ihrer Rettungsmission schnell fest, dass die Hilfe eines ungeschickten Kraken und eines mathematisch begabten Zitteraals manchmal ganz nützlich sein kann – vor allem, wenn sie es plötzlich mit echten Haien zu tun bekommen und wimmernde Wassergeister ihr Unwesen treiben.

Das größte Problem gilt es aber noch zu klären, denn was tun Meermädchen auf dem Festland – ohne Beine?

Was ist davon zu halten?

Nestis und die verschwundene Seepocke“ ist ein großer Nordseeküsten-Spaß und für alle Fans von Meermädchen-Romanen ein Muss. Zwar ist Nesti nicht unbedingt die Meerprinzessin, wie sie im Buche steht – das heißt, in diesem Buch natürlich schon – aber das wäre ja auch langweilig. Nestis vertreibt sich ihre Zeit lieber mit ihren Freunden Mira und Nick, als ihre kleine Schwester zu bespaßen, doch als diese plötzlich vom Meeresboden verschwindet, ist sie die einzige, die den Mut aufbringt, um nach Undine zu suchen. Auf ihrem Weg, gemeinsam mit Mira und Nick, lernt Nestis rasch das ein oder andere Vorurteil abzulegen und gewinnt den tolpatschigen Kraken Otto und den unter Hochspannung stehenden Zitteraal Kurzschluß schließlich ebenso als Freunde, wie den Menschenjungen Tom.

Nebenbei streut die Autorin Petra Hartmann immer mal wieder das ein oder andere Thema ein, das ihr am Herzen liegt – sei es nun die Verschmutzung der Meere oder die nicht artgerechte Haltung von Haien in Aquarien. Es gelingt ihr all dies nahtlos in die Geschichte hineinzuweben, so dass es zu keinem Zeitpunkt plump oder gewollt wirkt und auch sehr junge Leser nicht überfordert oder aus der eigentlichen Geschichte wirft – die Message aber bleibt hängen: Diese Dinge tut man nicht, denn Meermädchen, quirlige Kraken und bruchrechnende Zitteraale finden das doof!

Sie Spannung kommt in „Nestis und die verschwundene Seepocke“ natürlich auch nicht zu kurz. Während der Leser auf den ersten Seiten von der liebevoll gestalteten Unterwasserwelt und seinen Bewohnern gefangen genommen wird, wird es hinten raus richtig turbolent und dramatisch.

Empfohlen wird das Buch für Leser zwischen 8 und 11 Jahren und diese Einschätzung dürfte sehr genau sein. Für noch sehr junge Erstleser empfiehlt sich wie fast immer eine Lektüre gemeinsam mit einem Erwachsenen, doch Petra Hartmanns Sprache ist einfach und verständlich, die Geschichte flüssig und in kurzen Kapiteln erzählt – ein sehr schönes Buch, um das erste Mal allein zu lesen. Geübtere Jungleser wird „Nestis und die verschwundene Seepocke“ ebenso bezaubern und auch zum Vorlesen ist die Geschichte geeignet. Gerade hier bieten die kurzen Kapitel immer wieder Endpunkte, um die Lektüre erst einmal zu unterbrechen.

Fazit:

Für kleine Nordsee-Fans, Meermädchen-Narren und Wasserratten genau das richtige. Grundsätzlich wird die Geschichte Mädchen vermutlich mehr einnehmen, als Jungen – nicht zuletzt, da die Protagonistin ein Mädchen ist. Besonders gut macht sich „Nesti und die verschwundene Seepocke“ im Urlaubskoffer, denn am Strand macht die Geschichte vermutlich gleich noch einmal soviel Spaß!

Neues über Nestis gibt es unter www.nestis.net zu finden!

Fünf_Sterne

Buchdetails:


  •  08. November 2013
  • Verlag: Verlag Monika Fuchs
  • ISBN: 978-3-940078-64-3
  • Hardcover: 152 Seiten

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Carolin Blanck

Das Leben ist zu kurz, um laufend ein schlechtes Buch in die Hand zu nehmen - deshalb schreibt der Wortteufel Buch-Rezensionen. Und weil er schreibt, schreibt er auch über das Schreiben. Logisch - oder?

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