„Die dreizehnte Fee – Erwachen“ Band I von Julia Adrian

Cover zu Die Dreizehnte Fee - Erwachen von Julia Adrian
© Drachenmond Verlag

Ein schaurig-schönes Kruselmärchen für Erwachsene

Die dreizehnte Fee – Erwachen“ von Julia Adrian, erschienen im Drachenmond Verlag

 

 

 

Was ist geschehen?

Ich bin nicht Schneewittchen.
Ich bin die böse Königin.

Für tausend Jahre schlief die Dreizehnte Fee den Dornröschenschlaf, jetzt ist sie wach und sinnt auf Rache. Eine tödliche Jagd beginnt, die nur einer überleben kann. Gemeinsam mit dem geheimnisvollen Hexenjäger erkundet sie eine Welt, die ihr fremd geworden ist. Und sie lernt, dass es mehr gibt als den Wunsch nach Vergeltung.

»Kennst du das Märchen von Hänsel und Gretel?«, frage ich flüsternd. Er braucht mir nicht zu antworten, er weiß, dass nicht alle Märchen wahr sind. Nicht ganz zumindest.

Es gibt keine Happy Ends, es gab sie nie. Für keine von uns.

(Klappentext © Drachenmond Verlag)

Was ist davon zu halten?

Lange lag dieses Buch nun schon auf meinem Nachttisch. Wanderte immer mal wieder für ein paar Wochen in die Schublade und dann wieder hinauf, um schließlich doch wieder in der Schublade zu landen. Ich wollte mich nicht so recht an Julia Adrians Debüt „Die dreizehnte Fee“ wagen, denn ich habe der großen Euphorie um dieses Buch etwas misstraut. Obwohl ich Märchen liebe – egal ob alt oder neu – musste die Fee bis zu diesem Sommer ausharren. Dafür wurde ich mit einer wunderbaren Geschichte belohnt, die hier und da noch ein paar Schwächen aufweist – dennoch glaube ich, dass wir noch die ein oder andere fantastisch-schöne Geschichte von Julia Adrian zu erwarten haben.

Auf den ersten Blick kommt dem Leser die schöne Fee, die von ihrem Prinzen aus dem Dornröschenschlaf erweckt wird, sehr bekannt vor. Doch schon der zweite Blick offenbart, hier ist nichts so, wie es sein sollte, wie wir es aus all den schönen Märchen kennen, in denen Prinzen und Prinzessinnen ihre wahre Liebe finden, in denen gute Feen Wunder wirken und böse Hexen von tapferen Helden zum Teufel gejagt werden.

Aber nicht alle Märchen sind wahr!

Der schöne Prinz ist nicht die wahre Liebe und die Fee doch nur eine böse Hexe – oder etwa nicht? Gemeinsam mit dem Hexenjäger macht sich die dreizehnte Fee auf, um Rache an jenen zu nehmen, die sie in einem immerwährenden Schlaf bannen wollten. Eine Jagd entbrennt, auf der dem Leser immer wieder altbekanntes begegnet und doch ist alles völlig neu und kommt in dem wunderbar neuen Gewandt der Wortgewandtheit der Autorin daher.

Doch dann überschlagen sich die Ereignisse und alles geschieht sehr sehr rasant – zu rasant für meinen Geschmack. Nichts ist wie es scheint und auch die dreizehnte Fee muss sich fragen, ob ihre Beweggründe wirklich die richtigen sind. Vom Hass und dem Wunsch auf Rache getrieben stolpert sie unverhofft über ihre wahre Liebe – ein schöner Zug in der Geschichte, doch die Gefühle wallen sie plötzlich auf, dass es dem Leser schwer fällt, diese bedingungslose Liebe, die aus dem Nichts kam, anzunehmen.

Dennoch bleibt am Ende die brennende Frage: Und was ist jetzt? Wie geht es weiter? Lässt die dreizehnte Fee ab von ihren Racheplänen, oder richtet sie ihren Hass jetzt erst recht gegen ihre Widersacher? Die Lust auf den zweiten Band ist am Ende der letzten Zeilen nicht zu leugnen!

Fazit:

Hier und da lässt Julia Adrian noch die Liebe zum Detail vermissen und kommt mit ihrem knackigen und dennoch bildgewaltigen Schreibstil vielleicht auch gerade aufgrund der Kürze bei dem einen oder anderen Leser gut an. Manchmal jedoch hapert es, nicht mit der Logik, sondern mit der Nachvollziehbarkeit.

Dennoch ist „Die dreizehnte Fee“ der märchenhaft-schöne Auftakt zu einer neuen, spannenden Fantasy Trilogie aus der Feder einer Jungautorin, deren Debüt definitiv große Lust auf das berühmte Mehr macht. Daher gibt es von mir für diesen Erstling 4 von 5 Sternen!

Buchdetails:


  •  15. Oktober 2015
  • Verlag: Drachenmond Verlag
  • ISBN: 978-3-95991-131-3
  • Softcover: 212 Seiten

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Cover zu Die Dreizehnte Fee - Erwachen von Julia Adrian*

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Carolin Blanck

Das Leben ist zu kurz, um laufend ein schlechtes Buch in die Hand zu nehmen - deshalb schreibt der Wortteufel Buch-Rezensionen. Und weil er schreibt, schreibt er auch über das Schreiben. Logisch - oder?

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