„Der Junge, der Träume schenkte“ von Luca Di Fulvio

Hörbuchcover zu Der Junge der Träume schenkte von Luca Di Fulvio
© Lübbe Audio

„Fahr hin und finde sie!“ Eine Geschichte von Liebe, Gangstern & Ganoven, vom Hoffen & Scheitern!

„Der Junge, der Träume schenkte“ von Luca Di Fulvio, als Hörbuch erschienen bei Lübbe Audio, gesprochen von Sascha Rotermund.

Was ist geschehen?

New York, 1909. Aus einem transatlantischen Frachter steigt eine junge Frau mit ihrem Sohn Natale. Sie kommen aus dem tiefsten Süden Italiens – mit dem Traum von einem besseren Leben in Amerika.

Doch in der von Armut, Elend und Kriminalität gezeichneten Lower East Side gelten die gnadenlosen Gesetze der Gangs. Nur wer über ausreichend Robustheit und Durchsetzungskraft verfügt, kann sich hier behaupten. So wie der junge Natale, dem überdies ein besonderes Charisma zu eigen ist, mit dem er die Menschen zu verzaubern vermag.

(Klappentext © Lübbe Audio)

Was ist davon zu halten?

Zugegeben, die Erwartungen waren hoch! Bedauerlich, dass der Fall um so tiefer war. Zu sagen, ich wäre enttäuscht, trifft es aber dennoch nicht. „Der Junge, der Träume schenkte„, ist ein schöner historischer Roman, ein Roman über die Hoffnung der Amerika-Auswanderer, über das Scheitern von Plänen und Träumen, über das Glück des Einzelnen und immer wieder über die Liebe. Wer sich für die Thematik, das raue New York zu Beginn des 20. Jahrhunderts erwärmen kann und zudem ein Herz für historische Romane in epischer Breite hat, der wird mit Luca Di Fulvios Roman ganz sicher glücklich – ich war es nur bedingt.

Der Junge, der Träume schenkte“ ist der die Geschichte des kleinen Natale. Kaum in den USA angekommen, erhält er den Namen Christmas, doch seine Geschichte beginnt einige Jahre früher, im tiefsten Süden Italiens, mit seiner Mutter. Und so, wie Di Fulvio bereits bei der Vorgeschichte zu Christmas Geburt ausholt, holt er im Roman immer wieder aus und lässt den Leser an allem teilhaben, was den jungen Christmas bewegt und ihm wiederfährt. So entstehenen Längen, ausufernde Passagen, in denen das Zuhören für mich mehr und mehr zur Herausforderung wurde, da ich das Gefühl hatte, die eigentliche Handlung kommt kaum voran.

Zäh wie das Leben eines Auswanderers selbst!

Handlung erhält der Roman erst mit dem Erscheinen Ruths in Christmas Leben. Sie ist das unerreichbare Mädchen aus gutem Hause und fortan die Einzige, der er sich verbunden fühlt. Doch das Schicksal meint es nicht gut mit den beiden Liebenden – es ist ein bisschen Shakespear im New York der Jahrhundertwende, ein wenig Westside Story. Fortan verwebt der Autor die Geschichten von Christmas, Ruth und die ihres Peinigers Bill ineinander und malt so drei ganz unterschiedliche Bilder der Zeit, lässt den Leser teilhaben an drei ganz unterschiedlichen Leben mit unterschiedlichen Wünschen, Nöten und Bedürfnissen, doch immer ist klar, dass die Fäden am Ende irgendwie wieder zusammelaufen werden.

Auch hier nimmt sich der Autor phasenweise zuviel Zeit und die ein oder andere Station im Leben der drei hätte gestrichen werden können, ohne, dass es dem Leser tatsächlich aufgefallen wäre.

Luca Di Fulvios Schreibstil ist zudem nicht der oft gepriesene märchenhaft schöne Schreibstil. Der Autor versteht sein Handwerk, doch er ist nicht herausragend und seine Beschreibungen auch nicht so grausam, wie an mancher Stelle behauptet. Grundsätzlich erschien mir sein raues New York eher als ein gediegenes Pflaster. Ein Ort, an dem es nicht leicht ist, zu überleben, an dem Christmas und seine Mutter dann aber doch überraschend einfach ihren Platz finden.

Mein persönliches Highlight des Hörbuchs: Der Sprecher Sascha Rotermund, desen Stimme mir neu war und dem es trotz allem gut gelungen ist, der Geschichte um Christmas und Ruth immer wieder Leben einzuhauchen.

Fazit:

Kurzum, „Der Junge, der Träume schenkte“ kann man lesen – muss man aber nicht! Wer historische Romane und tragische Liebesgeschichten eher nicht auf seiner Leseliste stehen hat, sollte von dem Roman die Finger lasssen. Wer es hingegen ausufernd und detailreich mag, kann getrost sein Glück versuchen.

Buchdetails:


  • 22. Juli 2011 (Print)
  • Verlag: Lübbe Audio
  • ISBN: 978-3-8387-7009-3
  • Hörch: 23 Std. & 18 Min.

Doch lieber lesen? „Der Junge, der Träume schenkte“ von Luca Di Fulvio ist neben dem Hörbuch* u.a. auch als Taschenbuch* und als eBook für den Kindle* erhältlich.

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Carolin Blanck

Das Leben ist zu kurz, um laufend ein schlechtes Buch in die Hand zu nehmen - deshalb schreibt der Wortteufel Buch-Rezensionen. Und weil er schreibt, schreibt er auch über das Schreiben. Logisch - oder?

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