„Das Fürstenlied“ von Susanne Gantert

Buchcover zu Das Fürstenlied von Susanne Gantert
© Gmeiner Verlag

Viel gutes aus zwei Genres – ein historischer Krimi der Lust auf mehr macht.

Das Fürstenlied„, ein historischer Kriminalroman von Autoren-Neuling Susanne Gantert, erschienen im Gmeiner Verlag.

 

 

 

Was ist geschehen?

Eine Reihe sonderbare Morde erschüttert das Braunschweiger Land. Die seltsam drappierten Leichen sind mit Zetteln gespickt auf denen Zeilen stehen, die sich keiner so recht erklären kann. Was will der Mörder seinen Jägern sagen?

Zusammen mit seinem Vorgesetzten wird der junge Jurist Konrad von Velten ausgesandt, um den Morden nachzugehen und dem Täter auf die Spur zu kommen. Nach und nach entdeckt Konrad das Muster hinter den Verbrechen, doch der Mörder lässt sich nicht so einfach fassen und treibt sein Spielchen weiter. Als Konrad erkennt, dass die Ereignisse allesamt mit einem mehr als zehn Jahre alten Gerichtsurteil zusammenhängen, gerät er plötzlich selbst ins Blickfeld des Mörders.

Was ist davon zu halten?

Das schöne an Susanne Ganterts Romandebüt ist vor allem eines: man muss nicht viel Worte über „Das Fürstenlied“ verlieren, man sollte den historischen Kriminalroman einfach lesen. Gut recherchiert und solide ausgearbeitet, überzeugt die Autorin mit ihrem Erstling ohne Widerrede und nur die etwas konstruierten Zusammenhänge, die am Ende Konrads ganze Familie mit in den Mittelpunkt des Geschehens rücken, haben mich bewogen einen Stern abzuziehen.

Doch grundsätzlich fehlt es hier an nichts. Historisch ist der Roman gut recherchiert. Es gelingt Susanne Gantert mit beneidenswerter Leichtigkeit, das Geschehen ihres Romans in die Renaissance zu verfrachten. Sie zeichnet hierbei ein gelungenes Bild der Zeit, ohne die historischen Beobachtungen und Besonderheiten zu gewichtig werden zu lassen – die eigentliche Handlung steht stets im Vordergrund. Die komplexen Verflechtungen der aktuellen Handlung und der Geschehnisse um den zurückliegenden Gerichtsprozess sind durchaus verworren und können von Konrad von Velten nur nach und nach aufgedeckt werden, doch sie überfordern oder verwirren den Leser zu keiner Zeit.

So ist der Kriminalroman als solcher gekonnt ausgearbeitet und birgt die ein oder andere unerwartete Wendung, die dem Leser bis zum Schluss die Spannung erhält. Ganterts Figuren fügen sich problemlos in Zeit und Geschehen und wirken erfrischend echt und authentisch. Die Autorin versteht es, ihrem Protagonisten und allen anderen handelnden Personen Leben einzuhauchen und sie doch zu Figuren der Renaissance zu machen, ohne es je zu übertreiben und Konrad von Velten oder andere zu altbacken wirken zu lassen.

Fazit:

„Das Fürstenlied“ macht von der ersten bis zur letzten Seite Spaß. Freunde historischer Kriminalromane kommen voll und ganz auf ihre Kosten – hier kann der Leser nicht viel falsch machen und wird den nächsten Fall von Konrad von Velten am Ende sehnlichst erwarten.

Vier_Sterne

Buchdetails:


  • August 2015
  • Verlag: Gmeiner Verlag
  • ISBN: 978-3-8392-1730-6
  • Taschenbuch: 341 Seiten

Das Fürstenlied“ ist u.a. als Taschenbuch* und als eBook für den Kindle* erhältlich.

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Carolin Blanck

Das Leben ist zu kurz, um laufend ein schlechtes Buch in die Hand zu nehmen - deshalb schreibt der Wortteufel Buch-Rezensionen. Und weil er schreibt, schreibt er auch über das Schreiben. Logisch - oder?

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