„Amaias Lied – Höre den Zauber und du bist mein“ von Ana Jeromin

Buchcover zu Amaias Lied von Ana Jeromin
© Coppenrath

Eine Geschichte aus alter Zeit im Spanien von heute

„Amaias Lied – Höre den Zauber und du bist mein“ ein Kinderbuch von Ana Jeromin, erschienen im Coppenrath Verlag.

 

 

 

Der Tag an dem das Unglück geschah, war sonnig und klar. Doch in Amaias Erinnerung würde der Tag, an dem sie ihre Kinder verlor, für immer grau und verregnet bleiben.
~ aus „Amaias Lied“, Seite 6

Endlich Barcelona …

Die zwölfjährige Marja – ein beinahe Teenager, wie er im Buche steht – macht mit ihren Eltern und ihrer kleinen Schwester Paulina Urlaub in Spanien. Bei einem Stadtbummel durch die belebten Straßen Barcelonas wird Marjas Aufmerksamkeit so sehr von dem wilden Treiben um sie herum gefesselt. dass sie ihre Familie aus den Augen verliert. Als wäre das nicht schon schlimm genugt, raubt ihr ein Straßenjunge auch noch Geld und Handy.
Allein irrt Marja durch die Stadt auf der Suche nach ihrer Familie oder jemandem, der ihr helfen kann. Da trifft sie auf zwei weißgekleidete Mädchen, die ein wunderschönes Lied singen – eine Melodie, die Marja sofort in ihren Bann schlägt. Sie folgt den Mädchen und landet schließlich in einer alten Taverne, wo sie die freundliche Wirtin aufnimmt, ihr ein Bett anbietet und verspricht, Marja auf der Suche nach ihren Eltern zu helfen. Das junge Mädchen ahnt nicht, dass sie soeben einer alten Hexe in die Fänge gegangen ist, die es auf verlorene Kinder abgesehen hat. Noch ehe Marja ihre Lage tatsächlich begriffen hat, bietet ausgerechnet der Straßenjunge, der sie bestohlen hat, seine Hilfe an. Ob Marja sich aus den Klauen der Hexe befreien kann?

Amaias Lied – ein zauberhaftes Märchen, nicht nur für junge Leser

Ana Jeromin erzählt in ihrem ersten Kinderbuch die Legende der weinenden Frau, die nicht ruhen kann und auch nach Jahren und über Kontinente hinweg auf der Suche nach ihren Töchtern ist. Um diese alte Legende spinnt sie ihre eigene Geschichte, ein modernes Märchen, das im Barcelona der Gegenwart spielt. Beide Geschichten sind ineinander verstrickt und werden parallel erzählt.
So erfährt der Leser nach und nach, was es wirklich mit der Hexe auf sich hat, der Marja in die Falle getappt ist und muss erkennen, dass in dieser Welt nun einmal nicht alles schwarz und weiß ist.

Jeromins Figuren sind sehr lebendig, echt und vor allem ist ihr Benehmen und ihr Auftreten altersgerecht. So ist nicht immer alles, was Marja tut unbedingt das beste, was sie hätte tun können – doch sie entscheidet eben wie ein Kind. Ähnlich verhält es sich mit den übrigen Figuren der Geschichte, bis hin zur Hexe Amaia – auch ihre Beweggründe werden nach und nach immer deutlicher und nachvollziehbarer.

Der Geschichte liegt eine ganz eigene Stimmung zugrunde: Auf der einen Seite spielt „Amaias Lied“ im sonnigen Spanien und hat seine heiteren Seiten, auf der anderen Seite steht die Legende und die Hexe, eine sehr dunkle und auch grausame Geschichte, die zum Ende hin jedoch eher traurig stimmt.

Die Geschichte ist gedacht für junge Leser ab 10 und funktioniert als solche wunderbar. Schreibstil und Sprache sind einfach, aber nicht platt und die Geschichte trotz allem sehr detailreich erzählt. So macht „Amaias Lied“ auch erwachsenen Lesern Spaß und eigenet sich u.a. gut zum gemeinsamen Lesen mit Kindern.

Fazit:

Ana Jeromin hat mit „Amaias Lied“ ein bezauberndes Kinderbuch geschrieben, dass sowohl junge als auch ältere Leser begeistern kann. So dunkel die Geschichte bisweilen auch ist, so schillernd ist sie hier und da – ganz wie das wunderschöne Cover. Für junge Leser mit einem Faible für Mythen und Legenden genau das Richtige.

Vier_Sterne

Buchdetails:


  • Januar 2015
  • Verlag: Coppenrath Verlag
  • ISBN: 978-3-649-61687-0
  • Hardcover: 240 Seiten

„Amaias Lied – Höre den Zauber und du bist mein“ erschien im Coppenrath Verlag bisher als Print-Ausgabe* und als eBook*.

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Carolin Blanck

Das Leben ist zu kurz, um laufend ein schlechtes Buch in die Hand zu nehmen - deshalb schreibt der Wortteufel Buch-Rezensionen. Und weil er schreibt, schreibt er auch über das Schreiben. Logisch - oder?

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